Einbruchschutz

Fenster einbruchsicher nachrüsten - der ehrliche Überblick

Kurz gesagt: Fenster werden laut polizeilicher Kriminalprävention meist mit einfachem Werkzeug aufgehebelt. Wirksam nachrüsten heißt: aufschraubbare Zusatzsicherungen nach DIN 18104-1 auf Griff- und Bandseite anbringen - idealerweise zwei pro Fenster. Das schafft Widerstand und schreckt ab.

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Warum Aufhebeln das Thema ist

Bei einem großen Teil der Einbrüche wird der Fensterflügel mit einem einfachen Schraubendreher aufgehebelt - leise und oft in Sekunden. Widerstand ist die beste Abwehr - genau darauf zielen die geprüften Klassen: Ein Fenster der Widerstandsklasse RC2 muss einfachen Werkzeugen nach DIN EN 1627 mindestens drei Minuten standhalten - Zeit, die viele Täter nicht investieren wollen.

Die wichtigsten Normen - kurz erklärt

  • DIN 18104-1: Norm für aufschraubbare Nachrüst-Sicherungen (Zusatzschlösser, Bandseitensicherungen). Genau das, was du selbst montierst.
  • DIN 18104-2: Norm für im Falz eingelassene Nachrüstprodukte (etwa Hintergreifsicherungen oder nachgerüstete Dreh-Kipp-Beschläge) - meist Sache des Fachbetriebs.
  • RC2 (nach DIN EN 1627): geprüfte Widerstandsklasse des gesamten Fensters. Die Polizei empfiehlt für Wohnhäuser mindestens RC2.

Die zwei Seiten jedes Fensters sichern

Ein Fenster hat zwei kritische Seiten. Viele sichern nur die Griffseite - Einbrecher hebeln dann einfach an der anderen.

Die Faustregel der Polizei

Sichere jedes gefährdete Fenster auf beiden Seiten, mit geprüften Produkten (DIN 18104-1), und ziele auf das Schutzniveau RC2. ABUS empfiehlt nach DIN 18104-1 pro Meter Fensterhöhe je eine Sicherung links und rechts - bei einem normal hohen Fenster sind das zwei, bei Balkontüren entsprechend mehr.

Der sinnvolle Ausbau in Stufen

  1. Sofort & günstig: abschließbarer oder selbstverriegelnder Griff als Basis (Kindersicherung + Abschreckung).
  2. Der eigentliche Schutz: aufschraubbare Zusatzsicherungen (DIN 18104-1) auf Griff- und Bandseite.
  3. Erdgeschoss & leicht erreichbare Fenster zuerst: dort ist das Risiko am höchsten.
  4. Höchstes Niveau: Pilzkopfbeschläge im Flügel oder gleich RC2-Fenster - hier hilft der Fachbetrieb.

Die drei Bausteine für den Grundschutz:

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Häufige Fragen

Wie mache ich ein Fenster einbruchsicher?

Wirksam ist das Nachrüsten aufschraubbarer Zusatzsicherungen nach DIN 18104-1 auf Griff- und Bandseite, idealerweise zwei pro Fenster. Ein abschließbarer oder selbstverriegelnder Griff ergänzt das, ersetzt es aber nicht. Ziel ist das von der Polizei empfohlene Niveau RC2.

Was bedeutet DIN 18104 und RC2?

DIN 18104-1 ist die Norm für aufschraubbare Nachrüst-Sicherungen, DIN 18104-2 für im Falz eingelassene. RC2 (DIN EN 1627) ist eine geprüfte Widerstandsklasse des gesamten Fensters, die die Polizei für Wohnhäuser mindestens empfiehlt.

Reicht es, nur die Griffseite zu sichern?

Nein. Fenster sollten auf beiden Seiten gesichert werden - auf der Griffseite und der Bandseite (Scharnierseite). Sonst hebeln Einbrecher einfach an der ungesicherten Seite.

Gibt es einen Test, welcher Einbruchschutz der beste ist?

Es gibt keine allgemeine Bestenliste, die ein einzelnes Produkt krönt. Aussagekräftig sind die geprüften Normen (DIN 18104, RC2) und die Empfehlungen der polizeilichen Beratungsstellen. Danach richten sich unsere Empfehlungen.

Was die Polizei konkret empfiehlt

Die Empfehlungen sind erfreulich unmissverständlich. Zur Nachrüstung: „Die Polizei empfiehlt den Einbau von Nachrüstsystemen gem. DIN 18104 Teil 1 und 2.“ Zum Umfang: Die Sicherung „sollte mindestens an der Griff- und Bandseite erfolgen. Griffseitige Zusatzsicherungen müssen abschließbar sein.“ Zur Anzahl: ABUS zitiert die Empfehlung aus DIN 18104-1, pro 1 Meter Fensterhöhe rechts und links je eine Zusatzsicherung pro Fenster anzubringen. Und zum Neubau: „Uneingeschränkt empfehlenswert sind Fenster ab der Widerstandsklasse [RC] 2“ nach DIN EN 1627 - dort ist sichergestellt, „dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung) keinen Schwachpunkt gibt“.

Zwei Sätze relativieren dabei zwei verbreitete Erwartungen: „Abschließbare Fenstergriffe allein reichen nicht aus, weil sie keinen Aufhebeschutz bieten“, und „Übliche Isolierverglasungen haben keine einbruchhemmende Wirkung.“ Wer also nur den Griff tauscht oder nur auf das Glas setzt, hat die Hälfte gemacht. Beratung vor Ort gibt es kostenlos bei den (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen.

Quellen zu diesem Abschnitt: K-EINBRUCH, Sicherheitstipps Fenster, Polizeiliche Kriminalprävention, Technische Sicherheit und ABUS, Montageanleitung FTS 96 (PDF).

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